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Jammern und Qual


Zwar jammere und quäle ich mich lang nicht mehr so wie früher, doch in Folgendem erkenne ich mich wieder:

„[…]»Zwei Reisende fahren in einem Zug. An der ersten Station fängt der eine an, zu jammern. Beim zweiten Bahnhof stöhnt er noch mehr. Beim dritten rennt er panisch durch den Zug. Fragt der andere: »Was jammerst du immer lauter von Bahnhof zu Bahnhof?« »Mein Zug fährt in die falsche Richtung!«, kommt die Antwort. »Aber warum steigst du nicht aus und nimmst den richtigen Zug?« »Ich habe doch einen guten Sitzplatz. Wer weiß, wann überhaupt ein Zug in die andere Richtung geht? Und wo ich doch jetzt schon so weit gefahren bin …«

Wie Veränderung geschieht Dass wir uns Ziele setzen und Bilder eines zukunftsfähigen Lebens entwerfen, ist unumgänglich. Doch wie wir alle wissen, können Zielvorstellungen auch zur Last werden, zum moralisierenden Über-Ich oder zur geborgten Fassade, und damit eine wirkliche Veränderung behindern. Der Reisende aus der Eingangsgeschichte wusste durchaus, was er eigentlich zu tun hatte, das war ein Teil seiner Qual. In einer anderen Weisheitsgeschichte fragen die Schüler ihren Meister: »Wie also reist man zu seinem Ziel?« Der Meister antwortet: »Man reist nicht. Es ist eine Reise ohne Entfernung. Hört auf zu reisen, und ihr seid da.« Die Schüler können das nicht verstehen, und so erklärt der Meister: »Solange man unterwegs zu einem Ziel ist, kann man an einem Traum festhalten. Wenn man anhält, steht man vor der Wirklichkeit.« Verwirrt fragen die Schüler weiter: »Wie sollen wir uns je verändern, wenn wir keine Ziele oder Träume haben?« »Stellt euch der Wirklichkeit, und alles wird sich spontan verändern.« […]“  aus: Oya – anders denken.anders leben« Ankommen im Ausstieg Alle Welt ruft nach Veränderung. Doch Bewahrung ist ein Grundprinzip der Selbsterhaltung. Nur wenn es gar nicht mehr anders geht, verlassen wir eventuell die eingefahrenen Hauptstraßen – und wenn die Sehnsucht nach Nebenwegen übergroß wird, von Dieter Halbach – wieder ein wirklich lohnenswerter Artikel.

Hm, lass´ jetzt die Hitze meinen Kopp weiter matschig machen, denke “ich bin `dran”, wenn ich obiges lese und wünsche allen einen schönen Abend.

P.S.: Übrigens, alle Texte von oya stehen unter copyleft … ist das nicht genial? Wenn ich da an all die “armen” Journalisten und Verleger denke, die das Internet mit Argwohn sehen, weil´s “nich so die Knete” auf üblichem Weg gibt… hahaha, CC lädt zur Weiterverwendung ein, cool. Herzensguter Ansatz für den Diskurs! Neugierig? Steigt ein, diskutiert. 😉

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  1. Harry
    8. Juli 2010 um 18:11

    is das dann NothingSetup ??

  2. Schlafwandler
    8. Juli 2010 um 18:20

    aus einer NothingSetup-Phase sollte man `raus, ja – bringt erst mal wenig und die Veränderung fühlt sich besser an

  3. Harry
    8. Juli 2010 um 18:29

    ja. ich hab den Meister so verstanden, dass wir die Suche beenden sollten und uns der Wirklichkeit stellen. NothingSetup hatte ich kurz zuvor gebloggt

  4. Schlafwandler
    8. Juli 2010 um 18:53

    well, jau eyh, Harry.

  5. Schlafwandler
    8. Juli 2010 um 18:55
  6. Schlafwandler
    29. Juli 2010 um 14:48

    Und sie sagen: "Hör auf zu träumen. Das Leben ist kein Märchen." dieser Titel aus dem sagenhaft schönen Blog von Mensch. Lichkeit. (http://dreamless-memory.spaces.live.com/default.aspx) passt doch schön… Und den Song mog i a.http://dreamless-memory.spaces.live.com/blog/cns!C0E3A49805793D82!1364.entry

  7. Schlafwandler
    29. Juli 2010 um 14:59

    Spannend. Schicksal als Chance, die x-te. Viele Träume und wenig Wirklichkeit – habe Beistand bekommen. "Von oben". Ob ich ihn nutzen werde (-n kann)? Ausbrechen, Verändern möcht´ ich mich ständig, doch meine Zielvorstellungen waren meist gefühlte Last. …

  8. Schlafwandler
    29. Juli 2010 um 14:59

    …Wo beginnen? Diese ewige Frage beschäftigte mich arg in letzter Zeit… Ein Teil dessen ist jetzt auf den Weg gebracht – alles kommt zur rechten Zeit. Mein Begleiter hat mir meinen Arzt geschickt, jetzt muss = darf = möchte ich etwas ändern (bevor ich vor die Hunde gehe).

  9. Myra
    31. Juli 2010 um 08:45

    Eurer Kommunikation kann ich nicht unbedingt immer folgen und die vielen Links klik ich auch nicht immer an,aber zum Blog meinen Senf geb ich gern dazu.Ich mag mein Leben und halte an Vielem fest, aber ich mag auch Veränderungen und lass sie zu,denn was wäre mein Leben langweilig, wenn ich mir und meinem Leben keine Veränderungen gestatten würde

  10. Myra
    31. Juli 2010 um 08:48

    Bleib wie du bist, ist für mich kein Kompliment, denn ich will mich immer weiterentwickeln, weiter lernen und neugierig bleiben, auf das Leben.Ruhe und Beständigkeit, einen Hafen in den man immer wieder kehrt,gehört dazu, denn er gibt Mut, Halt und Kraft für Weiterentwicklung.Mal herzliche Grüße hier lass, Myra ;-))))

  11. Schlafwandler
    31. Juli 2010 um 10:39

    @Myra xy: Oh, ja, der KommentarKommunikation zu folgen ist an mancher Stelle des Internets recht schwer, das empfinde ich auch; der schriftliche Austausch birgt immer viel Platz für Missverständnisse. …

  12. Schlafwandler
    31. Juli 2010 um 10:39

    … Wenn ich jemanden treffe, den ich lange nicht gesehen habe und diese Person sagt, ich hätte mich ja gar nicht verändert, denke oder sage ich, dass ich das nicht als unbedingt vorteilhaft empfinden würde. Lange Rede, kurzer Sinn, ich denke genau so, wie Du es in beiden Kommentaren geäußert hast. Schönes Wochenende!

  13. Olaf
    19. August 2010 um 09:00

    Schönes und sehr treffendes Gleichnis, ja das trifft zuweilen auch noch auf mich zu.

  14. 7. Oktober 2010 um 22:43
  15. Umdenken Spirithink oder Gedanken bedenken
    23. Oktober 2010 um 16:51

    **Wie Veränderung geschieht Dass wir uns Ziele setzen und Bilder eines zukunftsfähigen Lebens entwerfen, ist unumgänglich. Doch wie wir alle wissen, können Zielvorstellungen auch zur Last werden, zum moralisierenden Über-Ich oder zur geborgten Fassade, und damit eine wirkliche Veränderung behindern. Der Reisende aus der Eingangsgeschichte wusste durchaus, was er eigentlich zu tun hatte, das war ein Teil seiner Qual**

    Ja, Chris hier kann schnell eine Vorstellung unserer Selbst zum Götzen werden, dem wir uns dann versklaven und dem wir huldigen. Ein gutes Beispiel, wie ich finde, wo Veränderung zu echten Stress werden kann. Wo Versagen, Frustration und Schuldgefühle in der Garantie inbegriffen sind.

    Das waren jetzt so meine Gedanken zu Deinem Blog. Sehr guter Beitrag, weil er zum Nachdenken anregt.

    alles Liebe, Chris auf bald 🙂

    • 23. Oktober 2010 um 23:11

      Fassade, Qual und beständiges Einlösen aller Garantien (…) waren fast mein ganzes Leben mein Begleiter. Aber, soll einer mal sagen, Menschen können sich nicht verändern… Schicksal als Chance.

  16. 29. Oktober 2010 um 13:38

    via „Im Gespräch mit Wolf Büntig“ von „Auf dem Dao-Weg“ (http://daoweg.wordpress.com/2010/01/26/im-gesprach-mit-wolf-buntig/) – Krise, Wachstum und Veränderung

  17. 1. November 2010 um 13:53

    Ustad Khalilullah Khalili – Wenn das Kamel unserer Bemühungen im Treibsand versinkt, was ändert es dann, ob unser Ziel noch weit entfernt oder schon nahe ist?

    via: http://daoweg.wordpress.com/2010/10/30/ustad-khalilullah-khalili/

  18. 2. November 2010 um 18:40

    Und noch mehr über Veränderung, über Wege… „Aufbrechende und Abbrechende“, 2. November 2010 von ralphbuttler http://daoweg.wordpress.com/2010/11/02/aufbrechende-und-abbrechende/

  19. 28. Januar 2011 um 16:17

    Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus 2 Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.

    John F. Kennedy, 29.05.1917 – 22.11.1963, 35. Präsident der USA

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