Startseite > erste Anfänge, Taiji 太极拳 > vom Weg #1, Anfang

vom Weg #1, Anfang


Ein Teil unserer Umgangsformeln in unserer Schule

1. „Namaste“ – Ich verbeuge mich vor dem Göttlichen in dir.

Der Begriff Namaste kommt ursprünglich aus dem Sanskrit, der Literatur- und Gelehrtensprache des alten Indien, und bedeutet sinngemäß übersetzt: „Ich verbeuge mich vor dir“.
In Indien, aber auch einigen weiteren Ländern Asiens, ist Namaste eine allgegenwärtige Gruß-Geste, die die Ehrerbietung für einen anderen Menschen ausdrückt. Laut Deepak Chopra macht sie in etwa die folgende Aussage: Ich ehre in dir den göttlichen Geist, den ich auch in mir selbst ehre – und ich weiß, dass wir somit eins sind. Einer Überlieferung zufolge soll Mahatma Gandhi auf eine Nachfrage von Albert Einstein, was er denn mit dem bei ihm beobachteten Gruß Namaste ausdrücken wolle, dem genialen Wissenschaftler Folgendes geantwortet haben: Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind.
Als übliche Geste werden dabei die Innenhandflächen zusammengeführt, sie werden in Nähe des Herzens an die Brust gelegt und der Kopf wird leicht gebeugt. Während in der westlichen Welt normalerweise auch das Wort Namaste dazu ausgesprochen wird, ist in Indien die Geste selbst unmissverständlich und der wörtliche Gruß eher ungebräuchlich. Manchmal wird eine noch tiefere Ehrbezeugung dadurch ausgedrückt, dass die gefalteten Hände angehoben und die Fingerspitzen beider Zeigefinger auf die Stelle zwischen den Augen gelegt werden. An eben jene Stelle, wo sich nach Meinung der Hindus das mystische „dritte Auge“ verbirgt.

(Vgl. Gassho http://daoweg.wordpress.com/tag/gassho/ ist eine Abkürzung für ‚gatsu-sho‘. Das Wort ist zen-Buddhismus-spezifisch…)

Verbeugungen helfen uns zu erkennen, dass es etwas Bedeutenderes als uns selbst gibt. In dieser Weise reinigen wir den Stolz, den wir über zahllose Leben angesammelt haben, indem wir immer dachten: „Ich habe Recht“, „Ich bin besser als andere“ oder „Ich bin der Wichtigste“. Über zahllose Leben (!) haben wir Stolz aufgebaut, infolgedessen gehandelt und Karma angesammelt, das die Quelle unserer Leiden und Probleme ist. Das Ziel in der buddhistischen Praxis der Verbeugungen ist, dieses Karma und unsere Geisteshaltung zu reinigen. Verbeugungen helfen uns, uns auf etwas zu stützen, das wichtiger als unser Stolz und unser Anhaften am Ego ist. In dieser Weise, durch volles Vertrauen und Hingabe, werden wir alles los, was wir durch Stolz angesammelt haben.

Physische Vorteile der (vielen) Verbeugungen:
Sie beeinflussen auch stark das Gleichgewicht und die Harmonie in unserem Körper. Blockaden in den Energiebahnen lösen sich allmählich auf, was uns hilft, Krankheiten, Energiemangel und andere Probleme zu vermeiden. Zugleich wird unser Geist klarer und unsere Auffassungsgabe nimmt zu.
Die Geisteshaltung während der (vielen) Verbeugungen:
Wir sollten die Verbeugungen mit einem Geist voller Vertrauen, Freude und der Motivation zum Nutzen anderer machen. Das Verneigen als Sich-Verlieren und Finden Als Modell zwischenmenschlicher Dynamik…

Und so weiter und so fort… ein weites Thema, vielfach beschrieben und wissenschaftlich, als auch historisch und religiös behandelt.

Beim Namaste-Gruß sagen wir in unserer Schule auf Koreanisch: “seon” ( oder = „Zen“) – eine (Zen-)Buddhistische Wortformel mit verschiedensten und schwierig zu übersetzenden Bedeutungen; beispielsweise: „Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.“

2. „Ming-Gruß“, der Friedensgruß (auch Chuan Li Dai)

orientiert sich am chin. Schriftzeichen (míng = hell; bzw. Ming-Dynastie), das sich aus den Radikalen

Sonne (yang / Faust)

hell, licht (gelb), leicht, kräftig, männlich, expandierend, ausweitend, voll, geöffnet, nach vorwärts, Außen, positiv geladen, elektrisch, usw.

und Mond (yin / offene Hand)

dunkel, schwarz, schwer, weich, weiblich, implodierend, zusammenziehend, leer, geschlossen, zurück gerichtet, Innen, negativ geladen, magnetisch, usw.

zusammensetzt.

Was für uns das alltäglich gebräuchliche Händeschütteln ist, war im alten China ein Handzeichen: die linke Faust wurde mit der rechten offenen Hand bedeckt. Damit wollte man seinem Gegenüber seinen guten Willen und friedliche Absicht bekunden. Die Handhaltung änderte sich jedoch, als Soldaten, Krieger und Kampfkunstmeister ihre Waffen selbst zum Gruß nicht aus der Hand Bild in Gruß.doc legten, die sie meist in der rechten Hand hielten. Dies bedeutete jedoch keine Beeinträchtigung der Bedeutung des Grußes, da diese Waffen nach chinesischer Denkweise untrennbar mit ihren Besitzern verbunden waren. Durch diesen Brauch kam es im Laufe der Zeit zu einem Rollentausch der Hände, wobei nun die rechte Faust von der linken Hand bedeckt wurde, selbst wenn keine Waffe gehalten wurde. Heute sagt man auch, die rechte Faust (bei den meisten Menschen die Schlaghand) wird von der offenen linken Hand(die vom Herzen kommt) bedeckt, was eben diese Bedeutung von Frieden und gutem Willen ausdrücken soll.

Wir sagen dabei: „taischischüen

Nächste Woche fangen wir mit den ersten Schwerttechniken (zu erst Grundform aus dem Jianshu – 32er IWuF Elementary Wushu Routine – später reguläres Taiji Jian) an, ich freue mich drauf. DSC01900

Allen einen friedlichen Sonntag. „Wer seine Mitte nicht verliert, der dauert.“ (chin. Sprichwort)

weiterführende Links:

http://www.youtube.com/user/saikoxaol#grid/user/60B6FB65DBC15997

http://sportakademiekim.com

http://newsletter-innere-kampfkuenste.blogspot.com/

http://daoweg.wordpress.com/

http://www.taichianer.at/was-bedeuten-die-tai-chi-schriftzeichen/

http://taijifortwo.blogspot.com/

There is no way to happiness, happiness is the way. (Buddha)

DSC01887Man sagte mir in so mancher Situation, auch im Umgang mit meinen bisherigen Meistern nach, ich sei vielleicht ein wenig zu devot, sehr habe ich in meinen Sensei bisher Vorbilder gesucht und Vater- beziehungsweise Freundersatz gesehen. Meine Persönlichkeit habe ich heute klarer und abgegrenzter; denn die obigen Erklärungen zum “Namaste” spiegeln auch eine andere Haltung wieder, die ich inne habe. Achtung vor meinem Gegenüber. Frieden and so on – nicht zu letzt auch erwachsen aus spirituellen  Aspekten meiner Persönlichkeit, tiefem Glauben der zum Teil auch dem Buddhismus sehr nahe ist. Manchmal schwer zu verstehen für den Stolzen.

Jetzt ist es an der Zeit, mein persönliches WU CHI mit dynamischem Yin und Yang zu füllen – ganz in der Tradition und Lehre der Bewegungsabläufe des Taijiquan. Glück. Schicksal als Chance – wahrgenommen.

Advertisements
  1. 3. Oktober 2010 um 16:15

    Intreessanter Blog. Bei uns gibt es ein indisches Lokal mit dem Namen Namaste.
    Lecker essen kann man dort und sehr nette Leute die dort arbeiten.
    Und nun weiß ich wenigstens was Namaste bedeutet.
    Liebe Grüße lass ich für dich hier, Barbara

    • 3. Oktober 2010 um 16:24

      …was es doch für Verbindungen gibt… 😉 Merci und lieben Gruß zurück!

  2. 21. Oktober 2010 um 17:21

    Tai Chi Sword Form 32 Yang Taiji Jian

  3. 21. Oktober 2010 um 17:47

  4. Umdenken Spirithink oder Gedanken bedenken
    25. Oktober 2010 um 10:22

    Namaste lieber Chris und ganz herzlichen Dank noch mal. Auch die Filme sind sehr interessant, muss ich mir noch reinziehen…..und den Mix. Dir einen schönen Start, auf bald:-))
    lg vom Olaf

  5. 2. November 2010 um 18:27

    Anfaenger Geist ist die wahre Meisterschaft

    http://newsletter-innere-kampfkuenste.blogspot.com/2010/11/anfaenger-geist-ist-die-wahre.html

    Anfangen und Handlungsoptionen erhöhen

    Na, denn mal zu!

  6. 12. November 2010 um 14:37

    meine Taiji-Links
    https://schlafwandlerchris.files.wordpress.com/2011/07/taiji-im-netz.doc
    meine Zusammenfassung an im Netz gefundenen Texten zu Atmung, Stand und Qi in versch. Zusammenhängen
    https://schlafwandlerchris.files.wordpress.com/2011/07/atmung-und-stand-und-qi-in-untersch-zusammenhc3a4ngen.doc
    meine Zusammenfassung an im Netz gefundenen Texten: Taiji – der Anfang
    https://schlafwandlerchris.files.wordpress.com/2011/07/tai-chi-ein-anfang.doc
    meine Zusammenfassung an im Netz gefundenen asiatischen Weisheiten, Sprüchen u.ä.:
    https://schlafwandlerchris.files.wordpress.com/2011/07/asiat-weisheiten.doc

  7. 24. November 2010 um 00:00

    warum werden in den Kommentaren keine eingebetteten Videos von YouTube mehr angezeigt????

    Hm, gibt Wichtigeres:
    Nach dem Training mit L. kurz sinniert über Professor Zheng Man-Qing auf die Frage: „was ist der wichtigste Grund, Taijiquan zu erlernen?“ (http://daoweg.wordpress.com/2010/11/21/professor-zheng-man-qing-auf-die-frage-was-ist-der-wichtigste-grund-taijiquan-zu-erlernen/#comment-291)

  8. 30. Januar 2011 um 16:08

    „Anfang“ – der wird auch noch eine lange, lange Zeit aktuell sein, wenn man bedenkt, Großmeister erinnern sich, das Qi erst nach 10 Jahren Übens gespürt zu haben. Eile habe ich nicht.

    Meine Übungen sehen momentan so aus:
    tägl. morgens 1/2 Stunde Gymnastik + Kräftigung + Qi Gung
    tägl. morgens 1/4 Stunde Zhanzhuang
    tägl. vormittags 1/3 Stunde Taijiquan / Taijijian + Qi Gung
    2x wöchentl. abends 1 Stunde Taijiquan / Taijijian + Qi Gung in der Sportakademie
    1-2x wöchentl. 1-2 Stunden Tuishou + Taijijian mit einem Kollegen

    Wenn das Wetter besser wird, wird die ein oder andere Übungseinheit (besonders Chen, Schwert) im Grünen dazukommen.

    Wer im Raum Hagen hat Lust auf Taijiquan?

  9. 12. Februar 2011 um 14:08

    „Montag, 24. Januar 2011

    Taijiquan-Krise: Alles ist bereits im Taijiquan enthalten

    Ein Schüler hat viele Fragen.
    Logisch. Wo geübt wird, entstehen Fragen.
    Nun, das betrifft nicht nur die „Anfänger“ oder die „Fortgeschrittenen“
    sondern auch die „Lehrer“ die es eigentlich wissen müssten.
    Da sie ja unterrichten, müssten sie alle Fragen kennen und auch die Antworten dazu.
    Doch im Taijiquan ist alles anders. […]“

    via http://newsletter-innere-kampfkuenste.blogspot.com/2011/02/wer-beantwortet-die-fragen-eines-tai.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+WeblogFuerInnereKampfkuenste+%28Weblog+fuer+Innere+Kampfkuenste%29&utm_content=Netvibes via http://taichi-im-elbsandstein.blogspot.com/2011/01/taijiquan-krise-alles-ist-bereits-im.html

  10. 13. Februar 2011 um 15:58

    Daß ich jetzt grad hier kommentiere, ist eher Zufall. Oder auch nicht.

    Unser „deutsches“ Händeschütteln kann ja auch zurückgeführt werden auf eine Geste, die den Gebrauch der Waffe unmöglich machte und so Friedfertigkeit (oder zumindest Waffenruhe) verdeutlichte.

    Nochmal Dank hier an dieser Stelle für die von Dir gegebenen Impulse.

  11. 16. Februar 2011 um 18:32

    Yangsheng – wichtige Grundgedanken zum Anfang:

  12. 16. Dezember 2011 um 06:57

  1. 22. Juni 2011 um 05:46
  2. 28. Juni 2011 um 21:46

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Konflikte, Partnerschaft, Sexualität, Beruf

Beratung, Coaching, Mediation...

Hans J. Günther

martial arts and traditional chinese medicine, culture and things :)

zentao blog über zen + anderes

Alltag, Buddhismus, Zen, Zengeschichten, Menschen, Fotografieren, Reisen, Videos

Jacob Jung Blog

Politik - Gesellschaft - Gegenöffentlichkeit

Blog Daochan - Fließende Weisheit

Tantrische Meditation Innere Kampfkunst

Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

Meine Meinung, meine Erlebnisse, meine Phantasien etc.

nokturnaltimes.wordpress.com/

Reflexion statt Resignation

Ingrids Space

Von mir, für euch!

Joachims Space

Das Leben eines Menschen ist wie ein Buch. Hier dürft ihr blättern

puzzle*

... lieber verwirrt als gelangweilt.

Leer

Alles ist machbar...

Klanggebet Blog

Spiritualität, die ins Leben führt.

Image Location

*Um sehen zu können, musst du deine Seele öffnen*

My Life

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.

... Kaffee bei mir?

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

Zweitesselbst's Blog

Just another (..) Wie auch immer, man kann sich aufregen oder vom Leben verwirren lassen. (..) WordPress.com site

Schlafwandler

Wahres Mitgefühl ist immer stark, und die wahrhaft Starken sind voller Zärtlichkeit.

Charwind's Blog

Just another WordPress.com site

Gaumenfreuden

Die schönste Nebensache der Welt: Essen & Trinken

Human Being=Der MenschenFreund

Es kommt nicht darauf an Was du siehst, sondern Wie du es betrachtest. Es kommt nicht darauf an Was Du erlebst, sondern Wie Du es erlebst.

%d Bloggern gefällt das: